Entspannung

Die Fähigkeit zur Entspannung ist ein (über-)lebenswichtiges Prinzip und gehört deshalb zur natürlichen Lebensweise aller Lebewesen. Es wird davon ausgegangen, dass sich Phasen der Ruhe und der Aktivität in einem gesunden Verhältnis abwechseln sollen und müssen, so dass das Lebewesen gesund bleiben kann.

Anspannung entsteht, wenn wir uns z.B. ängstlich fühlen, gestresst (Distress), wir Sorgen oder Probleme haben oder wir uns bedroht fühlen. Aber auch, wenn wir körperlich viel Arbeiten oder (Leistungs-) Sport treiben. Erlebnisse, wie ein Vorstellungsgespräch oder möglicherweise ein erstes Date z.B., setzen uns üblicherweise unter Anspannung. Angespannt zu sein, ist also ganz normal und auch gesund (man bedenke: der Wechsel zwischen Aktiv-Sein/Anspannung und Ent-spannung ist es, der uns gesund hält). Jedoch: hält dieser Zustand der Anspannung über viele Wochen oder gar Monate an, dann kann uns das krank  machen, da wir uns auf einem dauerhaft hohen Erregungsniveau befinden und der Wechsel zwischen Anspannung und ENT-Spannung nicht vollzogen werden kann. Bei Burn-Out-Patienten beispielsweise, ist dieses natürliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten.

Ihrer Gesundheit zuliebe: Achten Sie also auf einen ausgewogenen Wechsel zwischen Aktivierung und Entspannung. Dazu gehört auch, dass sie Sorgen und Probleme, welche länger andauern, auf konstruktive Art und Weise lösen lernen - möglicherweise auch unter professioneller Zuhilfenahme. Entspannung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen - das Wichtigste ist, dass es Ihnen Freude und Wohlgefühl bereitet.


Entspannungsverfahren

 

Unsystematische Entspannungsverfahren

Bei Entspannungsmethoden wird zwischen unsystematischen und systematischen Methoden- bzw. Verfahren unterschieden.

Zu den unsystematischen Entspannungsmethoden zählen alle entspannenden Tätigkeiten, die zu Ihrem individuellen Wohlgefühl beitragen wie beispielsweise Lesen, ein Bad nehmen, Sport treiben und Bewegung, saunieren, Musik hören, auf der Wiese liegen und in die Wolken schauen, dösen, puzzlen, Aufenthalte in der Natur ...








Systematische Entspannungsverfahren

Die Entspannungsreaktion ist ein genetisch einprogrammierter Ablauf und aus evolutionärer Sicht ein sehr alter regenerativer Mechanismus, den leider etliche Menschen heutzutage nicht mehr von selbst auszulösen vermögen. Genau an dieser Stelle setzen systematische Entspannungsverfahren an - sie haben das Ziel, gezielt und bewusst die in uns angelegte Entspannungreaktion auszulösen.

Zu den systematischen Verfahren gehören Methoden, die wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit untersucht wurden und sowohl in der klinischen Psychologie (beispielsweise unterstützend zu einer Therapie) als auch zur Prävention im Freizeitkontext ihre Anwendung finden. Zu diesen Verfahren gehören unter anderem das Autogene Training (AT) nach Schultz und die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobsen, ebenso wie Yoga oder Meditation. Bei dieser Gruppe der Entspannungsverfahren wird - im Gegensatz zu den unsystematischen Methoden - gezielt Entspannung induziert mithilfe eines strukturierten Vorgehens. Dieses Vorgehen muss zuerst geübt werden (z.B. in wöchentlich stattfindenden Gruppen bei einem Psychologen oder Arzt) und dann geübt werden, um die wohltuenden und entspannenden Effekte zu spüren und zwar in jeder Hinsicht: Sobald Sie sich körperlich entspannen, tritt auch ein mentales Wohlgefühl auf, denn beides ist aneinander gekoppelt.


Lesen Sie hier mehr über AT und PMR!